Liebe & Horoskop

Warum gehen Frauen fremd trotz glücklicher Ehe? Wenn Sehnsucht stärker als Vernunft wird

Warum gehen Frauen fremd trotz glücklicher Ehe, obwohl sie ihren Partner lieben, ihr gemeinsames Leben schätzen und sich keineswegs trennen möchten? Untreue wird häufig als sichtbares Symptom einer kaputten Partnerschaft verstanden. Doch die Forschung zeichnet ein komplizierteres Bild. Eine Frau kann glücklich verheiratet sein und dennoch Leidenschaft, sexuelle Spannung, Aufmerksamkeit oder eine Seite ihrer eigenen Persönlichkeit vermissen, die im vertrauten Alltag kaum noch Raum bekommt.

Auch die Zahlen widersprechen dem alten Klischee vom notorisch untreuen Mann. Eine repräsentative Norstat-Befragung aus dem Jahr 2024 ergab, dass 26 Prozent der Frauen und 24 Prozent der Männer in Deutschland bereits fremdgegangen waren.

Eine größere ElitePartner Erhebung aus dem Jahr 2020 kam sogar auf 31 Prozent bei Frauen und 29 Prozent bei Männern. Untreue lässt sich deshalb weder auf ein Geschlecht noch auf unglückliche Beziehungen reduzieren. Interessanter ist, was zwischen Vertrautheit, Begehren, persönlicher Identität und dem Reiz des Neuen geschieht.

Warum fremdgehen, wenn man glücklich ist?

Eine glückliche Beziehung erfüllt nicht automatisch jedes emotionale und sexuelle Bedürfnis eines Menschen. Liebe, Vertrauen und Verlässlichkeit können stark ausgeprägt sein, während Leidenschaft oder das Gefühl, begehrt zu werden, schwächer werden.

Dass langfristige Liebe dennoch intensiv bleiben kann, zeigte unter anderem eine Untersuchung der Stony Brook University. Von 274 verheirateten Personen berichteten 40 Prozent derjenigen, die länger als zehn Jahre verheiratet waren, noch immer von sehr intensiver Liebe zu ihrem Partner.

Gleichzeitig können Menschen innerhalb einer stabilen Partnerschaft unterschiedliche Bedürfnisse erleben. Man kann vertraut und geborgen sein und trotzdem neugierig auf jemanden außerhalb der Beziehung reagieren. Wer fremdgegangen ist, muss daher vorher nicht zwingend unglücklich gewesen sein. Glück und sexuelle Exklusivität sind psychologisch keine identischen Größen.

Eine Affäre kann mehr mit dem eigenen Ich als mit dem Partner zu tun haben

Die Paartherapeutin Esther Perel hat diese Perspektive stark geprägt. Nach ihrem Ansatz kann ein Seitensprung oder eine Affäre mit der Sehnsucht nach einer anderen Version des eigenen Selbst verbunden sein. Nicht immer steht sinngemäß der Wunsch nach einem anderen Menschen im Mittelpunkt, sondern der Wunsch, sich selbst noch einmal anders zu erleben.

Eine Frau, die im Alltag hauptsächlich Ehefrau, Mutter, Berufstätige und Organisatorin ist, kann außerhalb dieser vertrauten Rollen plötzlich wieder als begehrenswerte Person wahrgenommen werden. Aufmerksamkeit erzeugt dann ein Gefühl von Freiheit und Unbeschwertheit. Das entschuldigt einen Vertrauensbruch nicht, hilft aber zu verstehen, warum Menschen auch in glücklichen Beziehungen fremdgehen können.

Warum gehen die meisten Frauen fremd?

Warum gehen die meisten Frauen fremd

Von einer Mehrheit kann keine Rede sein. Die zuvor genannten Erhebungen zeigen vielmehr, dass der größere Teil der Frauen ihrem Partner treu bleibt. Interessant wird es dort, wo Untreue tatsächlich vorkommt, denn unter den Frauen, die bereits fremdgegangen sind, lassen sich bestimmte Motive häufiger beobachten als andere. Einen typischen Grund, der auf jede Frau zutrifft, gibt es jedoch nicht.

In Untersuchungen tauchen regelmäßig sexuelle Unzufriedenheit, fehlende Aufmerksamkeit, der Wunsch nach Selbstbestätigung, Gelegenheit, Wut auf den Partner, der Reiz des Neuen oder neue Gefühle für eine andere Person auf.

Eine Studie der University of Maryland, der Indiana University und der Stony Brook University mit 495 Teilnehmern identifizierte verschiedene Motivgruppen. Fehlende Liebe oder Wut auf den Partner waren zudem mit längeren Affären und einer höheren Wahrscheinlichkeit verbunden, dass die ursprüngliche Partnerschaft zerbrach.

Deutsche Befragungen zeigen ebenfalls Unterschiede zwischen den Geschlechtern. In der ElitePartner Studie von 2020 nannten Frauen häufiger Unzufriedenheit in der Partnerschaft und mangelnde Zuwendung, während Männer häufiger sexuelle Anziehung und eine spontan entstandene Gelegenheit angaben. Solche Durchschnittswerte beschreiben allerdings keine allgemeingültige weibliche Psychologie. Persönlichkeit, Lebensphase, Beziehungsgeschichte und individuelle Grenzen können erheblich wichtiger sein als das Geschlecht.

Zu den häufigsten Gründen fürs Fremdgehen gehören unter anderem:

  • der Wunsch nach Anerkennung und Aufmerksamkeit
  • sexuelle Neugier und der Reiz des Neuen
  • das Bedürfnis nach Nähe oder Leidenschaft
  • das Gefühl, im Alltag eine persönliche Seite verloren zu haben
  • Wut oder Rache nach einer früheren Untreue des Partners
  • eine spontane Gelegenheit mit starker gegenseitiger Anziehung
  • emotionale Nähe zu einer dritten Person

Mit wem gehen Frauen fremd und welche Männer werden attraktiv?

Eine aktuelle Untersuchung zur weiblichen Untreue liefert hierzu einen ungewöhnlich differenzierten Befund. Frauen bewerteten ihren festen Partner stärker hinsichtlich seiner Eignung als verlässliches Elternteil, während sie sich zu ihrem Affärenpartner körperlich stärker hingezogen fühlten. Entscheidend ist jedoch eine Einschränkung. Insgesamt bewerteten die Frauen den anderen Mann nicht als besseren Partner.

Damit erhält die Vorstellung einer einfachen Partnersuche nach einem vermeintlich besseren Mann wenig Unterstützung. Eine Frau kann ihren Partner als Vertrauensperson, Vater ihrer Kinder und langfristigen Lebensgefährten höher einschätzen und gleichzeitig stärkere körperliche Anziehung gegenüber einem anderen Mann verspüren.

Die Autoren weisen außerdem ausdrücklich darauf hin, dass ähnliche Muster bei Männern vorkamen. Die Ergebnisse sollten daher nicht als starres biologisches Frauenmodell interpretiert werden.

Stabilität und sexuelle Anziehung können nebeneinander bestehen

Aus evolutionspsychologischer Sicht wird dieses Muster teilweise über unterschiedliche Anforderungen an kurz- und langfristige Partnerschaften diskutiert. Eine Untersuchung zu verschiedenen Beziehungstypen zeigte beispielsweise, dass Frauen bei einem außerehelichen Partner sowohl körperliche Attraktivität als auch sozialen Status priorisierten. Solche Befunde liefern mögliche Modelle für menschliches Verhalten, aber keine zwangsläufige Erklärung für individuelle Entscheidungen.

Im Alltag bedeutet das etwas wesentlich Einfacheres. Der eigene Partner kann weiterhin der Mensch sein, mit dem eine Frau ihr Leben verbringen möchte, während jemand anderes kurzfristig intensive sexuelle Anziehung auslöst. Attraktivität verschwindet schließlich nicht automatisch, sobald eine Beziehung sicher und dauerhaft geworden ist.

Warum gehen Frauen fremd trotz glücklicher Ehe?

Warum gehen Frauen fremd trotz glücklicher Ehe

Genau an diesem scheinbaren Widerspruch setzt neuere Forschung an. Eine 2023 veröffentlichte Untersuchung von Dylan Selterman, Samantha Joel und Victoria Dale untersuchte Nutzer einer Plattform für außereheliche Kontakte. Die Teilnehmer berichteten im Durchschnitt von viel Liebe für ihren Partner, gleichzeitig jedoch von vergleichsweise geringer sexueller Zufriedenheit. Rund 47 bis 52 Prozent waren zum Untersuchungszeitpunkt mit ihrem festen Partner sexuell nicht aktiv.

Die Ergebnisse sind für das Phänomen, warum gehen Frauen fremd trotz glücklicher Ehe, aufschlussreich, dürfen jedoch nicht auf sämtliche verheirateten Frauen übertragen werden. Die Stichprobe bestand aus Menschen, die gezielt eine Plattform für außereheliche Kontakte nutzten, und enthielt überwiegend Männer.

Dennoch zeigte sich etwas Bemerkenswertes. Eine schlechte Beziehungsqualität hinsichtlich Liebe, Zufriedenheit und Bindung war in dieser Gruppe kein zentraler Auslöser für die Untreue.

Das Paradoxon der fehlenden Trennungsabsicht

Eine ältere Untersuchung von 100 verheirateten Frauen zwischen 35 und 45 Jahren, deren Kommunikation auf einer Plattform für außereheliche Kontakte analysiert wurde, fand ein ähnliches Muster. 67 Prozent wollten mehr Leidenschaft, keine der untersuchten Frauen gab jedoch an, ihren Ehemann verlassen zu wollen.

Das ist nicht gleichbedeutend damit, dass 67 Prozent aller untreuen Frauen eine glückliche Ehe führen. Aufgrund der kleinen und stark ausgewählten Stichprobe wäre eine solche Verallgemeinerung wissenschaftlich nicht haltbar.

Interessant bleibt die dahinterstehende Trennung zweier Bedürfnisse. Vertrautheit und Geborgenheit können innerhalb der Ehe vorhanden sein, während erotische Spannung als unerfüllt erlebt wird. Eine Affäre erscheint manchen Frauen dann subjektiv nicht als Ende einer Beziehung, sondern als Ergänzung zu einem Lebensbereich, den sie vermissen. Für den betrogenen Partner kann derselbe Vorgang selbstverständlich einen tiefen Vertrauensbruch darstellen.

Fremdgehen trotz glücklicher Beziehung und die Sehnsucht nach Begehrtwerden

Langfristige Partnerschaften verändern die Art, wie Menschen einander wahrnehmen. Aus aufregenden Verabredungen werden gemeinsame Rechnungen, Einkäufe, Termine, Kinderbetreuung und Routinen. Eine Beziehung kann glücklich sein, während das Gefühl abnimmt, vom Partner mit derselben erotischen Neugier betrachtet zu werden wie zu Beginn.

Hier liegt ein wichtiger Unterschied zwischen mangelnder Liebe und mangelndem Begehren. Viele Paare lieben ihre Partner, obwohl ihr gemeinsamer Alltag weniger erotische Erfahrungen bietet als früher. Eine neue Person kennt weder die Routinen noch die Konflikte noch die Verpflichtungen. Aufmerksamkeit kann deshalb ungewöhnlich intensiv wirken und einen Teil der eigenen Identität ansprechen, der innerhalb des Alltags kaum noch sichtbar ist.

Das bedeutet ebenso wenig, dass eine Beziehung langweilig sein muss. Neuheit aktiviert schlicht andere Erfahrungen als Vertrautheit. Für manche Menschen entsteht daraus ein gefährlicher Kontrast zwischen einer Beziehung, die sich sicher anfühlt, und einer Begegnung, die Aufregung erzeugt.

Wenn guter Sex für beide etwas anderes bedeutet

Sexuelle Unzufriedenheit kann selbst in einer ansonsten glücklichen Ehe entstehen. Ein möglicher Hintergrund ist der deutliche Orgasmusunterschied zwischen heterosexuellen Männern und Frauen. In einer großen Untersuchung berichteten 95 Prozent der heterosexuellen Männer, beim Sex normalerweise oder immer zum Orgasmus zu kommen, bei heterosexuellen Frauen waren es lediglich 65 Prozent.

Für viele Frauen spielen ausreichend Zeit, klitorale Stimulation und eine Sexualität, die sich an ihren individuellen Vorlieben orientiert, eine entscheidende Rolle.

Gerade in langjährigen Beziehungen kann Routine deshalb unterschiedlich erlebt werden. Hat sich ein sexueller Ablauf etabliert, der für den Mann zuverlässig befriedigend ist, muss das für seine Partnerin nicht gleichermaßen gelten. Werden ihre Wünsche nach anderen Berührungen, mehr Zeit, Abwechslung oder neuen Erfahrungen nicht ausgesprochen, nicht verstanden oder über längere Zeit nicht aufgegriffen, kann sexuelle Frustration entstehen, obwohl die Beziehung außerhalb des Schlafzimmers als glücklich empfunden wird.

Eine Begegnung außerhalb der Beziehung kann in einer solchen Situation eine starke Wirkung entfalten, wenn eine Frau dort plötzlich sexuelle Aufmerksamkeit, Neugier und das Gefühl erlebt, dass jemand ihre Wünsche ernst nimmt. Das bedeutet nicht, dass Frauen wegen ausbleibender Orgasmen zwangsläufig fremdgehen. Sexuelle Unzufriedenheit gehört jedoch zu den dokumentierten Motiven für Untreue und kann neben fehlender Aufmerksamkeit, Selbstbestätigung und dem Reiz des Neuen eine Rolle spielen.

Ist es möglich, trotz glücklicher Ehe fremdverliebt zu sein?

Ja. Verliebtsein ist keine bewusste Entscheidung und eine bestehende Bindung verhindert nicht automatisch, dass Emotionen und Gefühle gegenüber einer anderen Person entstehen. Entscheidend ist vielmehr, wie jemand anschließend damit umgeht. Eine Schwärmerei nicht auszuleben und Grenzen einzuhalten ist etwas anderes, als heimlich eine emotionale oder sexuelle Beziehung aufzubauen.

Fremdverliebtheit bedeutet außerdem nicht automatisch, dass die bestehende Beziehung nicht erfüllt ist oder der Partner nicht mehr geliebt wird. Neuheit, Idealisierung und begrenzte gemeinsame Zeit können eine neue Person außerordentlich reizvoll erscheinen lassen.

Der feste Partner wird dagegen mitsamt Alltag, Fehlern und Verpflichtungen erlebt. Dadurch findet psychologisch kein fairer Vergleich zwischen zwei gleichartigen Beziehungen statt.

Wie lange hält Fremdverliebtheit an?

Eine feste Zeitspanne lässt sich wissenschaftlich nicht seriös angeben. Eine Schwärmerei kann nach einigen Wochen verschwinden, sich über Monate halten oder in eine längerfristige emotionale Bindung übergehen. Wie lange sie anhält, hängt unter anderem davon ab, wie häufig Kontakt besteht, ob die Gefühle erwidert werden und in welchem Maß Fantasie und Heimlichkeit die Verbindung verstärken.

Gerade eine heimliche Verbindung kann zudem länger idealisiert bleiben, weil gewöhnlicher Beziehungsalltag fehlt. Der Affärenpartner muss möglicherweise weder nachts ein krankes Kind versorgen noch Haushalt, Geldprobleme und Familienpflichten teilen. Dadurch kann die Verbindung emotional intensiver erscheinen, obwohl beide Menschen noch gar nicht wissen, wie ihre Beziehung unter normalen Lebensbedingungen funktionieren würde.

Untreu ohne Sex: Emotionale Treue, Mikro-Untreue und digitale Grenzen

Untreu ohne Sex Emotionale Treue, Mikro-Untreue und digitale Grenzen

Was als Fremdgehen gilt, verändert sich mit gesellschaftlichen Normen und digitalen Möglichkeiten. Eine deutsche Untersuchung auf Grundlage des Familienpanels mit 9.104 Personen zeigte, dass nicht nur Geschlechtsverkehr als Untreue beurteilt wird. Auch emotionale Beteiligung, erotische Nachrichten und andere nicht körperliche Faktoren beeinflussten die Bewertung deutlich.

Eine repräsentative Parship-Erhebung aus dem Jahr 2024 mit 1.008 Menschen zeigt zugleich interessante Generationenunterschiede. 75 Prozent der 18- bis 29-Jährigen betrachteten die Anmeldung bei einer Partnerbörse mit dem Ziel persönlicher Treffen als Fremdgehen. Unter den 60- bis 69-Jährigen waren es lediglich 54 Prozent. Heimliche Treffen ohne Sex stuften 64 Prozent der jüngsten Altersgruppe als Untreue ein, verglichen mit 38 Prozent der ältesten Gruppe.

Körperliche Handlungen bleiben ebenfalls bedeutsam. 64 Prozent der Frauen betrachteten in derselben Untersuchung einen Kuss mit einer anderen Person als Betrug, bei den Männern waren es 49 Prozent. Viele jüngere Paare ziehen ihre Grenzen somit nicht erst beim Sex. Emotionale Treue, intensive Chats und geheime digitale Kontakte können ebenso entscheidend sein.

Fremdgegangen aus Rache, Gelegenheit oder fehlender Anerkennung

Nicht jede Untreue folgt demselben psychologischen Muster. Manche Frauen sind in Beziehungen unzufrieden, andere erleben einen spontanen Seitensprung, wieder andere reagieren auf eine frühere Verletzung. Auffällig ist das Rachemotiv. In einer Auswertung gaben 15,5 Prozent der Frauen an, aufgrund vorheriger Untreue ihres Partners fremdgegangen zu sein. Bei Männern lag dieser Anteil bei lediglich 2,9 Prozent.

Auch Gelegenheit spielt eine große Rolle. Die deutsche Norstat-Befragung von 2024 zeigt, dass ein Seitensprung häufig nicht lange geplant wird, sondern aus einer konkreten Situation heraus entsteht.

Situation oder Auslöser Anteil
Seitensprung entstand spontan 86 %
Begegnung im Freundeskreis 27 %
Begegnung beim Ausgehen 20 %
Begegnung im beruflichen Umfeld 17 %

Die Zahlen zeigen, weshalb es zu kurz greift, hinter Untreue automatisch ein großes Defizit innerhalb der Ehe zu vermuten. Eine Affäre kann aus mehreren Faktoren gleichzeitig entstehen.

Fehlende Anerkennung trifft auf Gelegenheit, sexuelle Neugier auf Alkohol oder persönliche Unsicherheit auf unerwartete Aufmerksamkeit. Paartherapie kann helfen, solche Dynamiken zu verstehen, ohne die Verantwortung für den Vertrauensbruch zu relativieren.

Was Paare aus der Forschung über Untreue lernen können

Fremdgehen trotz glücklicher Beziehung zeigt vor allem, dass Beziehungsglück keine Garantie gegen Anziehung, Fantasie oder Versuchung darstellt. Menschen in glücklichen Partnerschaften bleiben eigenständige Personen mit sexuellen Bedürfnissen, Unsicherheiten, Sehnsüchten und einem Wunsch nach Anerkennung. Treue entsteht deshalb nicht allein daraus, dass beide Partner zufrieden miteinander sind.

Hilfreich kann es sein, nicht erst nach einem Seitensprung über Grenzen zu sprechen. Was bedeutet emotionale Treue? Ist Flirten akzeptabel? Was gilt für geheime Nachrichten, Partnerbörsen oder intensive Freundschaften? Viele Paare gehen nicht fremd, weil sie niemals andere Menschen attraktiv finden, sondern weil sie solche Empfindungen nicht in einen heimlichen zweiten Beziehungsraum verwandeln.

Auch Paartherapeut Eric Hegmann verweist im Zusammenhang mit veränderten Vorstellungen von Untreue darauf, dass Paare ihre persönlichen Grenzen miteinander aushandeln müssen. Die Daten von 2024 zeigen schließlich, wie unterschiedlich Generationen selbst einen Kuss, ein heimliches Treffen oder digitale Kontakte beurteilen. Was für eine Person harmlos erscheint, kann für den Partner bereits einen erheblichen Vertrauensbruch darstellen.

Fazit: Warum gehen Frauen fremd trotz glücklicher Ehe?

Warum gehen Frauen fremd trotz glücklicher Ehe, lässt sich nicht mit fehlender Liebe oder einer schlechten Partnerschaft allein beantworten. Forschung zeigt, dass Frauen fremdgegangen sein können, obwohl sie ihren Partner weiterhin lieben und keine Trennung anstreben.

Hinter Untreue können sexuelle Unzufriedenheit, der Wunsch nach Anerkennung, Selbstbestätigung, Leidenschaft, Rache, Gelegenheit oder die Sehnsucht nach einer anderen Seite der eigenen Persönlichkeit stehen.

Die wichtigste Erkenntnis liegt deshalb im vermeintlichen Widerspruch selbst. Eine stabile Ehe kann Sicherheit, Liebe und eine gemeinsame Zukunft bieten, während Begehren und Neuheit anderen psychologischen Mechanismen folgen. Das macht einen Seitensprung nicht unvermeidbar und entschuldigt keinen Vertrauensbruch.

Es zeigt jedoch, weshalb auch Menschen in einer glücklichen Partnerschaft Grenzen überschreiten können und weshalb offene Gespräche über Nähe, Sexualität und persönliche Bedürfnisse lange vor einer Krise wertvoll sind.

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