Fashion

Männer Frisur mit Locken Seite kurz: der Shadow Taper als neuer Trend

Männer mit Locken, die ihrem Barbier ein Foto zeigen – und es ist fast nie mehr der klassische Undercut. Es ist ein weicher, fast unauffälliger Übergang an den Seiten, kombiniert mit einem Lockenkopf, der bewusst chaotisch aussieht. Genau diese Kombination ist gerade der Look, an dem sich kaum ein Barbier vorbeimogeln kann.

Welcher Haarschnitt passt zu Locken bei Männern?

Ein Low Taper Fade an den Seiten, kombiniert mit kompaktem bis mittellangem Deckhaar zwischen 4 und 7 cm. Diese Länge ist bei Typ-3A- und 3B-Locken der Sweet Spot, weil die natürliche Sprungkraft der Locken erhalten bleibt, ohne dass der Kopf breiter wirkt als er ist. Wer seine Locken liebt, sollte sie also nicht kurzscheren, sondern an den Seiten reduzieren und oben arbeiten lassen.

Der radikale, harte Undercut mit klarer Rasurkante ist damit ziemlich am Ende seiner Zeit angekommen. Was ihn ablöst, ist deutlich subtiler – und genau deshalb interessanter.

Männer Frisur mit Locken Seite kurz: Der Shadow Taper

Männer Frisur mit Locken Seite kurz Der Shadow Taper

Früher war die Devise beim Undercut: möglichst harter Kontrast, möglichst sichtbare Rasurlinie. Der Shadow Taper dreht dieses Prinzip um. Die Seiten verlaufen als fließender Schatten-Übergang knapp über dem Ohr und im Nacken gegen null – ohne diese eine sichtbare Kante, die den Undercut so unverwechselbar gemacht hat.

Für Locken ist das der klar cleverere Weg. Ein harter Übergang wirkt bei welligem oder lockigem Deckhaar schnell unpassend, weil die Textur oben chaotisch ist, die Seite darunter aber komplett glatt und technisch. Der Shadow Taper gleicht das aus. Er lässt den Look wie aus einem Guss wirken, statt wie zwei getrennte Frisuren auf einem Kopf.

Nordic Coil und lockiger French Crop: die zwei Stilrichtungen, die gerade dominieren

Zwei Varianten haben sich als die Referenz-Cuts herauskristallisiert:

  • Nordic Coil – kompaktes, definiertes Lockenvolumen oben, seitlich sauber ausgetapert, insgesamt aufgeräumt und fast skandinavisch minimalistisch.
  • Lockiger French Crop – ergänzt um einen „Curly Fringe“, eine kompakte, lockige Pony-Partie, die leicht in die Stirn fällt. Wirkt lässiger, jünger, weniger durchgestylt.

Beide Cuts teilen sich das gleiche Grundprinzip: kurze, saubere Seiten treffen auf möglichst natürliches, unbehandeltes Lockenvolumen oben. Die Seite macht die Arbeit, das Deckhaar darf einfach machen, was es will.

„Weniger Gel, mehr Textur“: Das Ende der Glanzgel-Ära

Bemerkenswert an der aktuellen Entwicklung: Die Nachfrage nach ultrastarken, glänzenden Haargelen ist eingebrochen. Und das ist nicht bloß eine Marketing-Behauptung, sondern eine logische Konsequenz des Looks selbst. Ein Nordic Coil oder Curly Fringe funktioniert nur, wenn die Locken sichtbar Locken bleiben – nicht plattgedrückt und glasiert unter einer Gelschicht.

Styling bedeutet hier also nicht mehr „fixieren um jeden Preis“, sondern eher: die natürliche Struktur unterstützen, ohne sie zu ersticken. Cremes und leichte Definer statt harter Gele. Wer bislang dachte, Locken müssten für einen ordentlichen Auftritt gebändigt werden, darf umdenken – kontrolliertes Chaos ist der neue Anspruch.

Controlled Chaos die Frisuren für Männer mit Locken

Controlled Chaos die Frisuren für Männer mit Locken

Auf TikTok hat sich ein Look als absoluter Standard-Ästhetik jüngerer Männer etabliert: extrem akkurate Übergänge an den Seiten, den sogenannten „Edges“, kombiniert mit einem maximal naturbelassenen, voluminösen Lockenkopf. Der Begriff dafür, der sich eingebürgert hat: „Controlled Chaos“.

Der Widerspruch im Namen ist Absicht. Unten wird handwerklich präzise gearbeitet – ein sauberer Taper braucht Zeit und einen Barbier, der weiß, was er tut. Oben darf es dann aussehen, als hätte man sich gar nicht drum gekümmert.

Genau diese Spannung zwischen Kontrolle und scheinbarer Beiläufigkeit macht den Reiz des Looks aus, und sie ist auch der Grund, warum er sich so gut fürs Kurzvideo-Format eignet: Man sieht die Arbeit an den Seiten, während oben die Bewegung im Video für sich spricht.

Was ist die 5,5 cm Regel?

Die 5,5 cm Regel ist eine praktische Faustregel für lockiges Deckhaar: Ab etwa 5,5 Zentimetern Länge beginnen 3A- und 3B-Locken, ihr eigenes Gewicht zu spüren zu bekommen, und fallen dadurch weicher, mit mehr definierten Wellenbögen statt kompaktem Volumen.

Darunter bleiben Locken kompakter und „springiger“. Genau in diesem Bereich – zwischen kompakt und weich fallend – bewegen sich Nordic Coil und French Crop, weshalb sie sich für die genannte Zielgruppe so gut eignen.

Wer mehr Sprungkraft will, bleibt näher an 4 cm. Wer eine etwas fließendere Optik sucht, geht Richtung 7 cm.

Männer Frisuren Locken mittellang: Wo geht die Reise hin?

Neben den kurzen Varianten gewinnt auch mittellanges Lockenhaar an Boden, allerdings nie ohne die kurze Seite als Gegengewicht. Genau dieser Kontrast – kurz an den Seiten, mehr Länge und Bewegung oben – bleibt die tragende Idee.

Ohne den Taper an der Seite kippt mittellanges Lockenhaar schnell in Richtung unstrukturiert und ungepflegt. Mit ihm wirkt dieselbe Länge bewusst gestylt.

Permed Crop und „Tokyo Wave“: Wenn die Locke gar nicht natürlich ist

Der vielleicht überraschendste Trend kommt von Männern, die von Natur aus gar keine Locken haben. Beim „Permed Crop“, bekannt auch unter dem Namen „Tokyo Wave“, lassen sich junge Männer gezielt eine chemische Dauerwelle am Oberkopf verpassen.

Ziel ist genau der Textur-Kontrast, den natürliche Locken-Frisuren für Männer liefern: strukturiertes, bewegtes Deckhaar über kurzen, glatten Seiten.

Das zeigt ziemlich deutlich, wohin sich der Geschmack verschoben hat. Vor wenigen Jahren war glattes, straff gestyltes Haar das Ideal, das man notfalls mit Glätteisen erzwang. Heute ist es umgekehrt: Männer mit glattem Haar lassen sich künstlich Locken machen, um an diesen Look anzuknüpfen.

Auch bei den Haarlinien hat sich die Richtung geändert. Statt Haarlinien künstlich mit Farbe aufzusprühen, was in den Vorjahren Trend war, setzen Barbiere heute eher auf saubere Schnitttechnik, die die reale Linie betont statt sie zu überdecken.

Der Mushroom-Effekt bei lockigen Männerfrisuren

Der Mushroom-Effekt bei lockigen Männerfrisuren

Ein Punkt, über den kaum jemand spricht, der aber in der Praxis ständig für Frust sorgt: der sogenannte Mushroom-Effekt. Dabei wächst das Haar an den Kanten breiter nach, während die Seiten kurz bleiben – das Ergebnis sieht aus wie ein Pilzkopf, statt wie ein sauberer Taper.

Bei Locken passiert das schneller als bei glattem Haar, weil sich lockiges Haar beim Wachsen seitlich ausdehnt statt gerade nach unten zu fallen. Ein Nordic Coil, der frisch geschnitten top aussieht, kann deshalb schon nach drei, vier Wochen unförmig wirken.

Bei diesem Look reicht ein Termin alle sechs bis acht Wochen wie beim glatten Undercut nicht. Realistischer sind Nachschnitte alle drei bis vier Wochen, zumindest an den Seiten, damit der Übergang scharf bleibt und die Locken oben nicht unter der eigenen Breite absacken.

Was heißt das jetzt konkret für lockiges Haar?

Wenn du lockiges Haar hast und einen zeitgemäßen Schnitt suchst: Geh mit einem Foto vom Nordic Coil oder lockigen French Crop zum Barbier, nenn explizit den Shadow Taper statt eines harten Fades, und behalte oben 4 bis 7 cm Länge.

Reduzier das Styling auf leichte Cremes statt schwerem Gel, plane häufigere Nachschnitte ein, um den Mushroom-Effekt zu vermeiden – und akzeptier, dass der Look bewusst ein bisschen unperfekt aussehen soll. Genau das ist der Punkt.

 

What's your reaction?

Excited
0
Happy
0
In Love
0
Not Sure
0
Silly
0

Leave a reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Next Article:

0 %