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Zu welcher Marke gehört Smart? Die Antwort ist komplizierter als gedacht

Ein kleiner Trick, den viele Autoverkäufer heute noch nutzen: Sie zeigen dir den neuen smart #1 und lassen dich raten, zu welcher Marke gehört Smart. Die meisten tippen auf VW oder BMW. Beides falsch. Und genau diese Verwirrung ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer Firmengeschichte, die mehr Wendungen hat als so manche Modellreihe der Marke selbst.

Smart gehört heute nicht mehr allein Mercedes-Benz, sondern ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Mercedes-Benz und dem chinesischen Konzern Geely.

Seit 2020 halten beide Partner jeweils 50 Prozent an der „smart Automobile Co., Ltd.“ – Mercedes zeichnet für das Design verantwortlich, Geely liefert Technik und Plattform. Von BMW keine Spur, egal wie hartnäckig sich dieses Gerücht in manchen Foren hält.

Wie alles anfing: Die Geschichte von smart

Die Wurzeln reichen weiter zurück, als die meisten vermuten. Schon in den frühen 1970er-Jahren tüftelten Ingenieure bei Mercedes-Benz an der Idee eines radikal kompakten Stadtautos – lange bevor jemand das Wort „Elektromobilität“ ernsthaft in den Mund nahm.

Aus dieser Vision wurde 1994 tatsächlich eine eigene Marke: smart, gegründet als Tochtergesellschaft der Mercedes-Benz AG (damals noch unter dem Dach von Daimler).

Vier Jahre später, 1998, kam mit dem smart City-Coupé das erste Serienmodell auf den Markt – besser bekannt unter seinem späteren Namen Fortwo. Ein Auto, das polarisierte: kürzer als ein Kleinwagen, dafür wendig wie kein Zweites, ideal für die enge Innenstadt.

Genau diese Kompromisslosigkeit machte smart über Jahre zum Kult-Objekt und gleichzeitig zum kommerziellen Sorgenkind – die Stückzahlen blieben oft hinter den Erwartungen zurück.

Zu welcher Marke gehört Smart? Warum Mercedes die Marke nicht mehr allein stemmen wollte

welcher marke smart car

2019 stand smart faktisch mit dem Rücken zur Wand. Der Versuch, das letzte Modell – den Fortwo EQ – zum ernsthaften Elektroauto zu machen, scheiterte an ziemlich ernüchternden Zahlen: Die Reichweite lag bei gerade einmal etwas über 100 Kilometern, ein Preis-Leistungs-Verhältnis, das sich kaum noch rechtfertigen ließ.

Marke einstampfen oder neu erfinden?

Die Antwort kam im Januar 2020 aus China. Li Shufu, Großaktionär bei Daimler und Kopf hinter dem Geely-Konzern, stieg ein und übernahm die Hälfte von smart.

Damit wurde aus einem reinen Mercedes-Ableger ein waschechtes Joint Venture mit Sitz in Ningbo, China – Technik und Entwicklung wanderten zu Geely, das Design blieb bei Mercedes. Eine klare Arbeitsteilung, die sich bis heute durchzieht.

Welche Automarken gehören zu smart?

Hier lohnt sich ein genauerer Blick, weil die Frage eigentlich andersherum gestellt werden müsste: Nicht smart „gehört“ zu anderen Marken, sondern smart selbst ist das Ergebnis, wenn man zwei völlig unterschiedliche Automobil-Welten zusammenbringt.

Auf der einen Seite Mercedes-Benz mit jahrzehntelanger Design- und Markenkompetenz aus Stuttgart.

Auf der anderen Seite Geely – ein Konzern, der in Europa lange unterschätzt wurde, dem inzwischen aber auch Volvo, Polestar und Lotus gehören. Wer smart kauft, kauft also im Kern ein Auto mit deutschem Gesicht und chinesischem Innenleben.

Von Mercedes zu Geely: Wer macht eigentlich was?

Das Modell klingt auf dem Papier simpel, funktioniert in der Praxis aber ziemlich präzise: Im Mercedes-Designzentrum entstehen Formensprache und Identität der neuen smart-Generation, während Geelys Ingenieure Plattform, Antriebsstrang und Batterietechnik entwickeln.

Produziert wird konsequenterweise in China – unter anderem in Huzhou, Provinz Zhejiang, wo auch Geely-Modelle vom Band laufen.

Du bekommst ein Auto mit unverkennbarem Mercedes-Look, technisch aber steht dahinter dieselbe Plattform-Kompetenz, mit der Geely längst auch eigene Modelle wie die Galaxy-Reihe baut. Wer also glaubt, ein smart sei „eigentlich ein umgelabelter Mercedes“, liegt daneben. Es ist eher ein sehr gut kaschiertes chinesisches Elektroauto mit deutscher Handschrift – und das ist, nüchtern betrachtet, keine schlechte Kombination.

Smart Modelle heute: Welche Baureihen gibt es aktuell?

smart modelle heute

Seit dem Umbau zur reinen Elektromarke 2018 und dem Geely-Einstieg 2020 hat sich das Portfolio spürbar erweitert. Weg vom winzigen Zweisitzer, hin zu einer echten Modellpalette:

  • smart #1 – der erste komplett neu entwickelte Vertreter der Joint-Venture-Ära, ein kompaktes Elektro-SUV, mit dem sich smart 2022 neu positionierte
  • smart #3 – sportlicher geschnittenes Pendant zum #1, coupéhafter Auftritt
  • smart #5 – deutlich größer, näher am klassischen SUV-Segment, seit 2024/2025 im Markt
  • smart #6 – Mittelklasse-Fließheck mit Plug-in-Hybrid-Antrieb, ab 2026 auch als „Jingling #6“ in China unterwegs

Auffällig: Die Baureihen tragen jetzt Nummern statt Namen wie „Fortwo“ oder „Forfour“. Ein bewusster Bruch mit der alten Formensprache – smart will erkennbar nicht mehr das Nischenauto für die City sein, sondern ernsthaft im wachsenden Markt der kompakten Elektro-SUVs mitspielen.

Was das für dich als Käufer konkret bedeutet

Wenn du aktuell über einen smart nachdenkst, kaufst du kein Nischenprodukt eines Kleinserien-Herstellers mehr, sondern das Auto eines finanzstarken Joint Ventures mit Rückendeckung von zwei großen Playern.

Das hat handfeste Vorteile: bessere Ersatzteilversorgung, mehr Entwicklungsbudget, schnellere Modellzyklen als in den mageren Jahren vor 2019. Der Preis dafür ist eine gewisse Entfremdung vom ursprünglichen smart-Gedanken – das winzige, radikal urbane Zweisitzer-Konzept ist Geschichte, die aktuellen Modelle konkurrieren mit MG, BYD oder VW ID-Modellen im breiteren SUV-Segment.

Wer also aus Nostalgie einen Fortwo sucht, wird bei den aktuellen Baureihen nicht mehr fündig. Wer ein solide gebautes, gut designtes Elektroauto zu einem eher mittleren Preis sucht, findet in den neuen #-Modellen durchaus etwas Konkurrenzfähiges – nur eben mit chinesischer Technik unter der deutschen Karosserie.

Ob dir das wichtig ist oder nicht, muss letztlich jeder für sich entscheiden. Fakt ist: Der Name „smart“ hat sich in den letzten Jahren stärker verändert als das Design der Autos selbst.

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